Bengal (Prionailurus bengalensis)


Die Herkunft

 

Der Vorfahre unserer heutigen Bengalkatze ist die Asiatische Leopardkatze (ALC). Diese verfügt über die genetische Immunität gegenüber der Katzenleukose, und man wollte im Rahmen eines Forschungsprojektes ("Center Wall Project") diese Immunität durch Einkreuzung auf unsere Hauskatzen übertragen.

Eine Genetikerin des Projektes, die heutige Jean Mill verst. 6.6.2018 (Millwood cattery USA) konnte einige Zeit nach Einstellung des Projektes die erste Bengal präsentieren, und gilt damit als Begründerin der Rasse.


Bei artübergreifender Verpaarung werden die Nachkommen als Hybriden bezeichnet. Diese aus der Kreuzung ALCxKatze entstandenen Hybriden, werden bis zur 4. Nachfolgegeneration als Filialgeneration/ Foundations ("Filials" F1-F4) bezeichnet. Erst ab der 5. Generation nach Einkreuzung der ALC spricht man von Bengalen (SBT Stud Book Tradition).

Es geht dabei um die Verdünnung des Wildblutanteils. Man möchte eine Katze züchten, die sich als Haustier eignet, gleichzeitig aber einen bestechenden "Wildlook" hat.

Die Tiere der Filialgeneration sind durch ihren hohen Wildblutanteil als Haustiere nicht geeignet! 

Bengale (SBT) gelten als Hauskatzen, da ihr Wildtierblut dementsprechend reduziert ist. Man benötigt keine Auflagen zur Haltung, und die Mietzen haben das Temperament und den Charakter anderer agiler und aktiver Rassen (zB Orientalen).

 

Die Optik

 

Für den Wildlook benötigt man:

  • große, runde Augen (nocturnal eyes)
  • einen breiten Nasenrücken
  • kleine, abgerundete, weit hinten ansetzende Ohren
  • einen eiförmigen, im Verhältnis zum Körper kleinen Kopf
  • einen im Profil geraden, oder noch besser konkaven Nasenrücken
  • eine breite Schnautze mit ausgeprägtem Schnurrbartkissen und gut ausgebildetem Kinn
  • einen langen, geschwungenen Körperbau (athletisch)
  • runde Pfoten, und einen dicken, weit hinten ansetzenden Schwanz
  • und natürlich die unglaublich schönen und variantenreichen Fellzeichnungen

Von warmen Orange- bis Brauntönen (golden Bengal), oder von Weiß- bis Cremetönen (snow Bengal), ist alles erlaubt....

Im Muster spotted (incl. rosetted) oder marbled (marmoriert), mit golden/crystal Glitter überzogen, und einem Glanz (shine) wie von Seide....

Am schönsten im Clearcoat, denn die Vielfarbigkeit des einzelnen Haares (Ticking oder Wildbänderung) lässt das Muster verschwimmen.

Das ist gerade auch bei den golden Bengal ein Problem, denn je mehr Rufismus (Rotfärbung), desto weniger stark ist der Kontrast vom Muster zum restlichen Fell ausgeprägt.

Dafür wiederum verfügt das Fellkleid über mehr golden Glitter, welcher vom Rufimus begünstigt wird.

 

Sind die ALC oben nicht atemberaubend??? Die Form ihrer Rosetten heißt paw print (pfeilförmige, durchbrochene Rosetten), und ist die ursprünglichste Form, die am meisten an ein Wildtier erinnert.

 

Aber die Optik ist nur eine Fassette dieser bezaubernden Tiere, denn was sie vor allem ausmacht, ist ihr einzigartiger Charakter.

 

Quellen zum Inhaltlichen über Herkunft und zum Rassestandard unter Optik. Alles andere sind eigene Erfahrungen :).

 

 

 

 

 

 

 

Quellen: Rohner, Claudia, "Bengalen Die goldenen Katzen", Hrsg, Books on Demand

Der Charakter

 

Mögt ihr auch diese ruhigen, gemütlichen Katzen, von denen man den ganzen Tag nichts hört, und bei denen man aufpassen muss, dass man sie nicht ausversehen mit dem Bettvorleger verwechselt und drauftritt?

Dann sind Bengalen nichts für euch!!!

Sie sind agil, aufmerksam, verspielt, an allem interessiert, anhänglich, experimentierfreudig, sprachgewandt- und gewaltig, wasserliebend, intelligent, neugierig, kinderleib, verschmust und sehr liebenswürdig.

Mit einem Bengalen zu Hause ist immer was los, da wird euch nie langweilig. Sie nehmen direkt Anteil am Familienleben, sind überall dabei, helfen und kommentieren jede eurer Aktionen.

Bengale gehören zumeist nicht zu den schüchternen Vertretern (Ausreißer gibt es natürlich immer) und geben ihren Bedürfnissen Ausdruck. Direkte Aufforderung zum Spielen oder Kuscheln sind keine Seltenheit.

Darum ist es auch wichtig, dass wenn der Bengale keinen Freigang bekommt, er zumindest noch einen Artgenossen an der Seite hat, (kann auch zur Not ein Hund sein, aber ne Katze ist besser) mit dem er sich sozial ausleben kann.

Wenn die Katzen wieder durch das Haus toben, Treppe rauf, Treppe runter... Kratzbaum hoch, Kratzbaum runter, das ist vielleicht ein Schauspiel, da können wir mit unserer Katzenangel einpacken ;). So ein Sprung aus dem Stand auf 2 Meter ist kein Thema für einen Bengal. Auch einem Balanceakt auf dem Türblatt unserer Glastür konnten wir schon beiwohnen,

Anni hatte eben eine Spinne an der Zimmerdecke gesehen.

Wasserliebend sind sie allemal, weil ihre wilden Vorfahren ihre Notdurft zur Tarnung gern in Bächen absetzen. Wenn ihr zu Hause in der Wanne liegt, schließt also lieber die Tür, sonst kann es passieren, dass ihr einen Badegast bekommt.

Und ja, ist mir schon passiert, dass Anni mit in die Wanne gesprungen ist :).

Auch haben sie die Angewohnheit Dinge, die sie mögen in ihr Reich zu verschleppen. Immer wenn mein Mann nur noch eine Socke von sich findet, wissen wir, Anni war's.

Durch ihre Intelligenz macht gerade das aktive Spielen mit ihnen Spaß, Apportieren zum Beispiel, oder ihnen Tricks beizubringen, wie Türen zu öffnen, oder Lichtschalter zu betätigen.

( :) Achtung! Warnung!: das mit der Tür kann auch Nachteile haben, ihr erinnert euch an die "Badewannennummer" weiter oben im Text? :))

Vielleicht ist man fasziniert von ihrem Aussehen, aber in sie Verlieben wird man sich aufgrund ihres Charakters, und ihres einnehmenden Wesens.

 

 

 

 

 

Eure Zias, Kitti's Mom

 

Bengal Standard Tica