Kastration

??? Warum Wann Wie ???


Die frühste Rolligkeit, die wir bisher hatten, war bei einem 5 Monate alten Kitten.

Blue Bell sollte zusammen mit ihrem Bruder ausziehen, und wir waren sehr überrascht, als wir deutliche Rolligkeitsanzeichen bei ihr feststellen konnten, zum Glück waren wir schneller als ihr Bruder Basu ;)

Vorteile der Kastration von Katze und Kater

 

Die Vorteile der Kastration bei Katze und Kater liegen einerseits bei den gesundheitlichen Aspekten für die Tiere, und andererseits im Verhalten, sowie der Wesensentwicklung eurer Bengale.

Kommen die Kater in die Geschlechtsreife, entwickeln sie durch die Ausschüttung der spezifischen Geschlechtshormone recht schnell ein "Katerbehavior".

Sie beginnen zu markieren, ihr Spiel wird ruppiger, und ihr allgemeines Verhalten dominanter und flegelhafter. Mitunter stören sie die Harmonie der bereits bestehenden Katzengruppe, und beginnen die vorher so heißgeliebten Partnertiere zu tyrannisieren. Durch die nicht vorhandene Auslastung (unter Wohnungshaltung) werden sie zudem frustrierter, sowie auch gestresster, und beginnen verhaltensauffällig zu werden (nächtelanges Rufen, Randalieren in den Räumlichkeiten, Gewichtsabnahme).

Haben die Kater die Möglichkeit des Freigangs, beginnt jetzt die Streunerzeit.

Tagelanges, oder sogar wochenlanges Fortbleiben, Katerkämpfe, Revierverhalten u.s.w.

Dabei kann es schnell zu Unfällen (Straßenverkehr), oder Verletzungen, und in deren Folge zu Infektionskrankheiten kommen.

Bei der Katze treten mit dem Einsetzen der ersten Rolligkeit ähnliche Verhaltensweisen zu Tage. Gerade bei der Rasse der Bengal drängen hier die wildtierhaften Triebe in den Vordergrund: starkes Bedrängen der Mitglieder der Katzengruppe, Rufen, und in der Steigerung Schreien nach einem Kater, Markieren der Räumlichkeiten (Absetzen von Urin und Kot), Erbrechen und Gewichtsabnahme.

Wird die Katze nicht durch einen Kater gedeckt, bleibt bei ihr der Eisprung aus (induzierte Ovulation). Infolgedessen verkürzen sich die Abstände zwischen den Rolligkeiten bis die Katzen eine Dauerrolligkeit ausprägen. Mögliche Folgen eines verhinderten Eisprungs sind Zystenbildung an den Eierstöcken und Gebärmutterentzündung (Pyometra) des Tieres. Dies kann auch unter der Gabe hormoneller Verhütungsmittel (Pille für die Katze) vorkommen, sowie aber auch die Sterilität des Tieres. Eine Kastration der Katze ist unter der Rolligkeit nicht zu empfehlen, da die Geschlechtsorgane stark durchblutet sind!

     

 

Der geeignete Zeitpunkt der Kastration

 

 

Die Pubertät (und damit die Rolligkeit) der Bengalkätzin beginnt üblicherweise in einem Rahmen ca. ab dem 5./6. Monat, bis hin zu einem Jahr. Die Geschlechtsreife findet in Abhängigkeit von den saisonal bedingten Lichtverhältnissen statt, und ist bei Indoortieren weniger auf die Jahreszeit bezogen, da sie durch ihre Haltung nahezu gleichbleibende klimatische Bedingungen haben. 

Manche Tierärzte empfehlen die Katze die erste Rolligkeit 'durchrollen' zu lassen, und sie danach zu kastrieren, wobei allerdings die Gefahr besteht, dass die Kätzin mit ihrer ersten Rolligkeit direkt dauerrollig wird (so geschehen bei Anni).

Eine medizinische Indikation besteht für das erste Rolligwerden allerdings nicht, und ich würde raten, sie vor der Geschlechtsreife kastrieren zu lassen, da eine durchgemachte Rolligkeit immer auch mit Stress und gesundheitlichen Nachteilen verbunden ist - siehe oben.

Wichtig ist der Allgemeinzustand der Katze zum Zeitpunkt der Kastration, und auch das Gewicht spielt eine Rolle.

Eine genaue Absprache, und die Empfehlung des Tierarztes sind sehr sinnvoll.

 

Die Geschlechtsreife der Kater setzt oftmals etwas später ein. Sie können allerdings ebenfalls schon in sehr jungem Alter geschlechtsreif werden (ca. vom 6. bis 10. Monat). Damit liegen Bengale eher im Mittelmaß. Außer dem Geschlecht und der Rasse, spielt noch der Geburtszeitpunkt eine Rolle. Herbst- und Winterkätzchen können nämlich schon mit vier Monaten geschlechtsreif werden.  

 

Die sogenannte Frühkastration (bis zur 14. Woche) mit wenigen Wochen ist in Deutschland noch immer umstritten, durch das geringere Gewicht wird befürchtet, dass die für den Kreislauf der Tiere belastende Vollnarkose weniger gut vertragen wird. (Achtung, dies gilt nur für die klassische Injektionsnarkose). 

Die amerikanische Studienlage* entspricht diesem Punkt jedoch nicht. 

Bei Katern ist der Eingriff generell wesentlich weniger kompliziert. 

Die Annahme, dass bei der Frühkastration die Harnröhre der Kater zu eng bleibt, und dies zu späteren Problemen führen kann, hat sich nicht bestätigt. Frühkastrierte Tiere können dagegen größer werden, da sich ihre Wachstumsfugen später schließen.

Es ist eine Abwägungssache bei den Katern, denn einmal angewöhnte Gepflogenheiten bleiben zumeist erhalten (Dominanzverhalten/ Markieren).

 

 

Methoden der Kastration

 

 

 

Ovarektomie

 

Bei dieser Operationsmethode wird ein Schnitt unter Vollnarkose in der Bauchmitte der Kätzin gemacht, und es werden lediglich die Eierstöcke (Ovarien) entfernt, die Gebärmutter verbleibt in der Kätzin.

Wird die Gebärmutter ebenfalls entfernt, spricht man von einer Ovariohysterektomie.

 

Es handelt sich um die klassische Operationsmethode, die bisher von der Mehrzahl der Tierärzte bevorzugt wird.

Risiken sind hierbei: dass bei einer reinen Injektionsnarkose, eine schlechtere Steuerung der Narkose möglich ist, sowie mögliche Wundheilungsstörungen. Eine Inhalationsnarkose senkt das Risiko der Belastung für den Kreislauf des Tieres, und kann bei dieser Operationsmethode ebenfalls angewandt werden.

Damit die Katze nicht an der Operationswunde leckt, gibt es beispielsweise die Möglichkeit ihr einen medizinischen Body (wie oben auf dem Bild zu sehen), oder einen Kragen anzulegen. Diese Methode ist durch die starke Beanspruchung auf das Zugband der Eierstöcke und das Bauchfell mit Schmerzen für das Tier verbunden, deshalb sollte eine Behandlung durch Schmerzmittel erfolgen.

Die Katzen brauchen auch eine längere Erholungsphase.

 

Endoskopische Kastration

 

Die Endoskopie gilt als minimalinvasive Operationsmethode, bei der sich die Wundgröße drastisch reduziert.

Bei der klassischen Kastration kommt es immer zu einer starken Zugeinwirkung auf das Eierstockband. Dadurch entstehen der Kätzin nach der Operation beträchtliche Schmerzen. Bei der endoskopischen Entfernung der Eierstöcke wirken keine Zugkräfte auf jene ein. Darüber hinaus ist das chirurgische Trauma viel geringer, da ein Bauchschnitt nicht notwendig ist. Der Zugang zur Bauchhöhle erfolgt durch ein oder zwei Portale, deren Durchmesser lediglich 5 bis 10 Millimeter beträgt. Die Schmerzen nach der Operation werden dadurch weitestgehend eliminiert, Der Hauptvorteil dieser Operationsmethode liegt in der schnellen Erholung nach dem Eingriff.

Die Narkotisierung erfolgt über die Inhalationsnarkose und ist besonders sicher, da man sie bedarfsgerecht steuern kann, und sie daher weniger kreislaufbelastend ist. Der Patient erwacht innerhalb weniger Minuten nach Absetzen, und ist sehr schnell wieder auf den Beinen.

 

 

Hier noch ein vertiefender Link zum Thema, worin auch auf die Frühkastration eingegangen wird.

*WINN Feline Foundation